top of page
IMG_1845_edited_edited.jpg

Jura & Colonsey 2026

eine Sea Kayak Reise um Jura, Colonsey und ein wenig Islay

IMG_0876.JPG

Vorbereitung

Schon 2024 hatten wir diese Reise geplant, aber es hat gewindet - viel - und geregnet - auch viel - Graupel-Hagel ist herunter gerasselt...

Wir hatten trotzdem eine gute Zeit in Schottland aber Jura und Islay haben wir damals nicht erreicht.

 

Nach einer Verletzungspause 2025 läuft die Vorbereitung auf unsere Schottland-Reise 2026 im Frühjahr nun ganz gut. Auch auf der Testtour an Ostern mit Zelt und den voll beladenen Booten funktioniert alles.

 

Arbeit, Stellvertretung, Termine etc. sind organisiert. Wir sind fit, das Material passt, die Karten sind schon seit 2024 bereit. Jetzt muss nur noch das Wetter passen, dann können wir auf unsere geplante Reise um Jura und Islay starten.

 

...denken wir…

IMG_0942.JPG

Ein harziger Start

Doch dann eine Woche vor Abreise plagen mich starke Unterleibs-schmerzen. Paddeln macht das Ganze nicht besser - im Gegenteil...

4 Tage vor Abreise buche ich einen Arzttermin. Glück im Unglück - die Ärztin gibt mir Medikamente und spricht sich auch nicht direkt gegen den Plan 2-3 Wochen Sea Kayak sowie wild zelten aus. Sarah und ich sind erleichtert.

 

Über Amsterdam - Newcastle reisen wir nach GB. Die allerteuerste Fährreise, die wir bis jetzt je gebucht haben 🫣.. ev. wegen der späten Buchung? Oder dem Datum?

 

Unser erstes Ziel ist Oban. Für uns der perfekte Ort, um an der Westküste "anzukommen", uns mit Proviant für die Tour einzudecken und die kurzfristige Planung in Angriff zu nehmen. Die schöne Fahrt quer durch Schottland ist ein wenig wie nach Hause kommen. In den letzten 11 Jahren waren wir immer mal wieder in "unserer" Stamm-Unterkunft in Oban. In diese lebendige Hafenstadt mit all den Fähren, die ankommen und zu den Inseln auslaufen, kehren wir immer wieder gerne zurück.

 

Meine Schmerzen sind auf der Fahrt weniger geworden und ich bin guten Mutes. Doch der kurze Spaziergang am Hafen zeigt: Es ist alles andere als gut. Planen ist nun schwierig. Können wir los? Oder wann? Kann ich paddeln oder brauchen wir ein alternativ Programm?

IMG_0948.JPG

Ein Besuch im Shop von Sea Kayak Oban bringt etwas Ablenkung (und ein paar neue Sachen 🙂).

 

Es wird klar, ich muss ins Boot: eine kleine Runde als Versuch, um klarzustellen, wo wir stehen.

 

Und siehe da: es geht 🙂. Nicht super, aber genug für erst mal kleinere Etappen.

 

Auf der Testrunde direkt ab der Esplanade von Oban hinaus zur nahen Insel Kerrera sehen wir kaum ausserhalb des Hafens, bereits erste Robben, dann einen Adler und - wie wunderbar - auch noch Porpoises!!

 

Das hat sich definitiv bereits gelohnt.

P4280381.JPG

Los gehts:

Wetter und Gezeiten sehen gut aus. Wir starten ab Easdale und paddeln südwestlich zur kleinen Inselgruppe der Garvellachs. Die Boote sind gefüllt mit unseren Sachen für 2-3 oder vielleicht 4 Wochen, Essen für 5 Tage und Wasser für 4 Tage.

 

Wir hoffen, am nächsten Tag hier nicht wieder alles auspacken zu müssen...

Doch Tag 1 läuft dann ganz ordentlich, wir müssen nicht schon wieder umdrehen.
Und: wir sehen schon einen ersten Fischadler 🤩

IMG_0983.JPG

Am Abend beobachten wir das Meer im Bereich der kommenden Etappe: der Querung zur Insel Jura. Wir wollen bei Slack den Sound of Corryvreckan auf der Westseite passieren, wo "the Great Race" liegt. Dies ist ein Ausläufer des berühmt berüchtigten Whirlpools. Fast ohne Dühnung und mit wenig Wind siehts gut aus. Die Etappe ist kurz, so dass ich sicher bin, dass das geht, zumal die Medikamente nun wirken und ich mich deutlich besser fühle.

Trotzdem: so nahe an Corryvreckan waren wir erst einmal und damals hatten wir den Eindruck, dass er uns schon aus rund 4 km Distanz "in seinen Schlund ziehen" wollte.

 

Spannung ist auf jeden Fall da und unser Timing muss stimmen.

IMG_1753_edited.png

Die Nacht war klar und windstill. Wir packen bereits ein erstes Mal ein triefend nasses Zelt ein. Auf trocknende Sonnenstrahlen können wir heute nicht warten. Corryvreckan wartet auch nicht.

Wir prüfen die Peilung am Kompass und checken laufend Back Transits. Ausserdem habe ich ausnahmsweise den „Nervtöter“ (das GPS) am Laufen, um nochmals eine Absicherung zu haben, falls wir den Drift nicht spüren würden. Doch es läuft alles plangemäss. Das Timing passt, wir sind genau zu Slack bei „the Great Race“ und ausser etwas mehr Bewegung im Wasser ist alles ruhig. Corry und das Race schlafen. Uns überrascht, dass auch bei Jura angekommen noch kaum etwas zu spüren ist von Corryvreckan - seines Zeichens einem der stärksten Gezeitenstrudel der Welt.

P4290438.JPG

 

Nach der Querung von 10 km erreichen wir Glen Garrisdale Bay - unser Ziel für heute. Dies ist eine schöne grosse Bucht mit Sandstrand (je nach Wasserstand) und Bothy. Bei unserer Ankunft steht das Wasser noch tief, so dass grosse Steine den Zugang zum Strand versperren. Nicht unmöglich, aber mühsam...

Wir beschliessen, der Küste entlang nach Norden die Gegend zu erkunden und an einem anderen Strand Zmittag zu essen. Später sollte die Flut die Steine zudecken, sodass wir direkt am Sandstrand anlanden können.

Dies klappt dann auch. In Glen Garrisdale trocknet das nasse Zelt in Windeseile an der Sonne. Wir geniessen einen sehr schönen Abend nach einem kurzen Bad im nahe gelegenen Bach.

P1081502.JPG

Es ist super hier - wir bleiben einen Tag. Sarah macht sich mit der Kamera auf die Pirsch nach Vögeln: Oystercatchers, Sandpipers, Ring necked plovers, viele Gänse und sogar ein Great Northern Diver sind in der Bucht zu sehen.

 

Am Nachmittag machen wir uns auf, die Umgebung zu Fuss zu erkunden. Wild ist es hier, doch überall hat es Pfade von den Hirschen und Schafen. Wir steigen auf Grian Mor, einem Hügel südlich von Glen Garrisdale.

Auf halbem Weg ein Schreck: mitten auf dem "Pfad" liegt eine Schlange! Ein Kreuzotter - nicht gerade tödlich aber doch giftig. Sie verzieht sich schnell und wir trampeln nun weiter, stampfend, um andere Schlangen zu vertreiben. Ich denke zwar, dass eine zweite Begegnung wohl nicht sehr wahrscheinlich ist. Beim Abstieg nimmt Sarah mit einem Schrei plötzlich einen Satz zurück ... eine zweite Schlange! Ich werde eines Besseren belehrt...

IMG_1024.JPG

Der Gipfel lohnt sich. Wir sehen von oben nebst der Bucht, wo unser Zelt steht, weit über Jura hinaus. Im Westen die flache Silouette der Insel Colonsay, nördlich davon die Garvellachs und Ross of Mull. Im Norden die Insel Scarba hinter dem Sound von Corryvrecken. Nach Osten reicht die Sicht sogar in den Sound of Jura.

Zurück beim Zelt ist neben unseren bisherigen Nachbarn - den vielen Gänsen - ein Wanderer Pärchen im Bothy eingezogen. Es ist eine freundliche Begegnung. Nach einem kurzen Gespräch ziehen sie sich in die Hütte zurück und wir lassen uns gegenseitig in Ruhe.

Nachdem sie uns von 15 Zeckenbissen erzählt haben, achten wir nun noch mehr auf die elenden Viecher!

IMG_1778.JPG

Am nächsten Morgen starten wir früh - bei Hochwasser, so dass wir vom Strand einwassern können - es geht entlang der eindrücklichen der Nord-Westküste von Jura. Die «raised beaches» sind interessant aber nicht gerade praktisch für Pausen.

 

Es läuft gut, meine Schmerzen sind weg. Wir beginnen eine Querung nach Colonsey in Betracht zu ziehen. In Shian Bay entscheiden wir uns jedoch gegen die direkte Route in Richtung Westen und bleiben bis zum Sound of Islay an der tollen Küste von Jura.

 

Hirsche sind an Land allgegenwärtig. Auf kleineren Steininseln tummeln sich Robben und wir nehmen Abstand. Allenfalls hat es Junge dabei und im Unterschied zu andern Orten scheinen sie hier eher scheu zu sein.

P1081595.JPG

Bei Loch Tarbert pustet der Wind unerwartet stark aus dem Loch heraus. Wir landen an einem Steinstrand - sicher vor Zecken.

 

Der Wind hat zugenommen und wir drehen das Zelt in den Wind, was leider den Verlust eines Herings mit sich bringt… Wieder gibts ein eisiges Bad im Meer - oder in meinem Fall mehr eine Katzenwäsche - bevor wir die nächsten Tage planen.

 

Die Slack- Zeiten für Mull of Oa und andere Headlands von Islay sind sehr früh morgens in den kommenden Tagen. Wir entscheiden uns für die Umrundung von Colonsey bevor wir anschliessend im Uhrzeigersinn bei besseren Slack Zeiten Islay umrunden möchten.

Es ist uns bewusst , dass das ruhige Wetter wohl nicht ewig halten wird...

P5020485.JPG

Am Morgen - nach einer letzten erfolglosen Heringsuchaktion - queren wir den Sound of Islay, unbeschwert, denn der Wind hat nachgelassen, das Meer ist spiegelglatt und die Fähre fährt - gemäss Karte - ja nur im Sommer. Colonsey allerdings, ist verschwunden... Es liegt eine Nebeldecke über dem Meer und schottischer Sprühregen kommt und geht. Hmm…


Wir denken, dass wir Colonsey sicher in der Hälfte der Querung sehen werden, stellen uns aber auf einen Blindflug ein. Wieder kommt der Nervtöter zum Einsatz.

IMG_1790.JPG

Bald sind wir draussen im Nichts. Islay verschwindet und von Colonsay ist noch nichts zu sehen - auch auf halber Strecke nicht.

 

Nur die Fähre taucht aus dem Nebel auf - die Fähre von Oban, denke ich.. die andere fährt ja nur im Sommer… Sarah meint: die kommt von Islay und: Sie hat recht! Die Fähre fährt also nicht nur im Sommer. Oder gilt in Schottland Mai und grad mal 8 Grad als Sommer?

Endlich kommt Land in Sicht. Vorinseln von Colonsey und langsam lichtet sich der Nebel 😃. Hurra hier sind wir auf Colonsey - offenbar der Lieblingsinsel von Sean Morley (Sarahs Paddleridol) - ich bin gespannt. 

Wir müssen uns sputen, um vor Ladenschluss in Scalasaig zu sein, wo wir ein paar Lebensmittel für die kommenden Tage kaufen möchten und auch Wasser auffüllen sollten.

IMG_1795.JPG

Das Meer steht tief als wir ankommen und ist am steigen, die Wiese weit weg. Ich warte also bei den Booten, ziehe sie alle paar Minuten hoch während Sarah einkauft… an sich hatte ich mich auf einen feinen Kafi und Kuchen in einem Cafe gefreut… aber ja, hier stehe ich nun im Seegras, leicht fröstelnd und sehe dem Wasser beim Steigen zu.

Schliesslich ist Sarah zurück vom Einkauf - etwas knurrig weil offenbar auch sie auf Kafi und Kuchen hoffte. Es hätte so etwas wie ein Cafe, eventuell machen die ja take away?? Ich sause im Trockenanzug hin und ja, hurra, sie machen take away.

 

Während ich auf den Kafi warte bildet sich eine sandige Pfütze vor der Theke um meine Füsse herum.. auf meine Entschuldigung hin lacht der fröhliche Typ im Cafe nur und meint „no worries!“ Nun gibts doch noch Kafi und carrot cake mit viel Icing, zwar im Seegras neben den Booten während das Wasser weiter steigt, aber immerhin 😋
 

IMG_1806.JPG

Entlang der Küste folgen uns dann bald viele Robben. Diesmal sind sie ausserordentlich interessiert und es hat grosse offensichtlich Männchen dabei die sich schon fast bedrohlich interessieren... ob sie unsere Boote als hübsche weissbäuchige Weibchen ansehen? Nach einer Weile drehen sie dann doch um und lassen uns ziehen. Phuu.

Gemäss Karte gibts heute einen tollen Sandstrand für unser Camp - ich freu mich schon. Bei der Ankunft zeigt sich der erwartete Sandstrand - eine hellblaue Bucht, heller Sand, grüne Wiese.

Perfekt!

 

Fast zumindest: es hat viele Kühe und dementsprechende Hinterlassenschaften... wir finden dann doch noch ein schönes "reines" Plätzchen für unser Zelt.

P5030558.JPG

Es folgt ein Supertag. Wir umrunden den Nordzipfel von Colonsey. An der Westküste finden wir uns bald in 100ten von Vögeln wieder.

 

Die Klippen sind gefüllt mit brütenden Möven und Kittiwakes - wir vergrössern unseren Abstand. Fulmar, Möven, Seeschwalben und Manx Shearwater schwirren herum. Wir driften zwischen Guillemots und Razorbills. Grossartig!

Im Süden von Colonsey sind es dann wieder Robben, die sich auf jedem zweiten Steinhaufen sonnen oder plötzlich hinter uns auftauchen. 
 

IMG_1117.JPEG

Dann findet Sarah einen tollen Platz für unser Zelt.

Es ist ein Inselchen - oder mehr ein Felsmocken mit perfekt geschnittenem Rasen - die Schafe haben ganze Arbeit geleistet.

Doch es gibt einen „kleinen“ Haken: wenn das Wasser steigt, wirds mehr als eng für unsere Boote... und ausserdem wollen wir morgen Colonsey an Land erkunden, da ist eine Insel auch nicht optimal. 

Doch gleich nebenan findet sich ein fast so gutes Plätzchen. Hier stellen wir unser Zelt auf.

 

Bald zeigt sich, die Wetterprognose ist nun nicht mehr ganz so stabil wie die letzten Tage. Wir müssen weiter und morgen bereits die Querung zurück nach Islay machen, wenn wir nicht riskieren wollen länger auf Colonsey abzuwettern. Es wird also nichts mit dem geplanten Tag an Land.
 

IMG_1856.JPG

Diesmal ist die Sicht bestens und wir sausen mit Schiebewind zurück zu Islay.

 

Im Sound of Islay kommt uns die Strömung dann zügig entgegen.

Wir machen „Eddie-hopping“ - nutzen die Kehrwasser am Rand, die uns helfen, bald Bunnahabhain - die erste Whiskey Destillerie - zu passieren und kurz darauf Port Askaig zu erreichen. Hier wollen wir versuchen, noch etwas frisches Gemüse zu bekommen und im Pub oder irgendwo die Elektronik aufzuladen.

IMG_1878.JPG

In Port Askaig steht dann allerdings die neue «Isle of Islay» vom Caledonian MacBrayne am Pier. Um um sie herum zu paddeln müssten wir raus in die Strömung, bei etwa 3 Knoten Gegenströmung wäre dies ein längeres Unterfangen und hinter ihr saust die kleine Autofähre nach Jura im Eiltempo hin und her. Wir warten bis «Isle of Islay» zurück nach Kennacraig ausläuft und landen dann gleich hinter dem Lifeboat der RLNI  an.

Auch hier können wir uns wieder entscheiden, entweder die vollbeladenen Boote in eine sichere Höhe schleppen oder jemand muss bei den Booten bleiben. Wir entscheiden uns für den Mittelweg: nicht allzu weit schleppen, dafür auch nicht allzu zu lange wegbleiben. In sicherer Höhe hat jemand seinen Romany (ein Sea Kayak) parkiert und ein Zelt aufgestellt – nicht ganz so unser bevorzugter Plätzlityp so zwischen Pier und Lifeboatstation 🙂

Sarah findet im Warteraum der Fähre eine Steckdose. Der freundliche Typ im Büro von Caledonian füllt ihr sogar die Wasserflaschen auf und lässt sie auch im Warteraum bleiben, als dieser längst geschlossen ist. Raus kann sie immer versichert er, rein dann nicht mehr...

IMG_1881.JPG

Ich habe in der Zwischenzeit versucht einzukaufen (der kleine Laden hier hat leider eigentlich gar nichts, was unüblich ist für Schottland) und im Pub von Port Askaig Hotel einen Kafi geholt.

 

Die Lady im Pub wird nach erster Zurückhaltung ganz redselig, als sie bemerkt, dass wir mit dem Sea Kayak da sind. Auf meine Frage meint sie, «no, no» Puffins hats auf Islay leider nicht, auf der Insel Rathlin hats, meint sie (...äh ja denke ich, hätte es wohl – nur das ist nun nicht etwas, was wir täglich machen: zwischen Islay und Rathlin liegen 35 km offenes Meer - Rathlin gehört zu Nordirland…).
Well, you have whiskey distilleries, sage ich.

Sie seufzt; «Aye, 10 - too many and there are 2 more to come…»

Zurück bei den Booten landet ein weiterer Paddler an. Er kommt gerade zurück von einer Islay Umrundung, welche sein Kollege (der Typ mit dem parkierten Romany) abbrechen musste. Erstaunlicherweise haben wir auf unseren Touren bisher noch nie andere Paddler getroffen, die auch mit Sack und Pack unterwegs sind.

 

Es ergibt sich ein fröhlicher Austausch. Wir wundern uns, dass sie offenbar kaum Landkleider dabei haben und dafür einen riesigen Satelliteninternetempfänger mit sich führen, während sie sich über unsern Wasservorrat wundern 🙂

IMG_1889_edited.jpg

Am Morgen gehts weiter, diesmal mit der Strömung.

Mit teilweise 12 km/h sausen wir - zu Sarahs Freude - weiter durch den Sound of Islay vorbei an Mac Arthur's Head und an die Südküste von Islay.

​Die Küste hat sich stark verändert, es ist flacher und es hat unzählige kleine Inselchen auf welchen oftmals Robben liegen.

Verschiedenste Gänse fliegen herum, Eiderenten sitzen am Ufer, Curlews suchen nach Nahrung und Oystercatcher beschweren sich lautstark über die «Störung» durch die vorbeipaddelnden Paddlerinnen oder über sonst etwas. ​​

IMG_1050.JPG

Wir paddeln vorbei an Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig, die (offenbar für die Salznote des Whiskeys) direkt am Ufer stehen.

 

Doch wieder einmal ändert sich die Wetterprognose. 

Für die nächsten beiden Regennächte wäre eine Unterkunft nicht schlecht. Auf einem Steinhaufen stehend im Kelp bucht Sarah für uns "Bothy Mor". Dieses stellt sich als Glücksfall heraus:

 

"Bothy Mor" liegt grad mal ca. 10 m vom Strand entfernt, hat eine Wiese für unsere Kayaks, eine wunderbare Dusche und ausserdem hats in ca. 100 m Entfernung einen Selbstbedienungs-Cake Shed!

Besser geht nicht!​​

​​

IMG_1066.JPG

Die Whiskey - Destillerien haben hier einen Weg gebaut. Wir spazieren also nach Port Ellen und besuchen sogar das Visitor Center von Ardbeg während der Wind bläst.

Als nächstes steht Mull of Oa an. Oder "würde anstehen". 

Die Prognose zeigt: der Wind ist am kommenden Tag mit 3-4 Bft. ordentlich aber machbar. Allerdings gefallen mir dazu eine Dühnung von 1.5 m für dieses grosse Headland mit seinen 4 Knoten Strömung und einer etwas unklaren Slack Zeit nicht. Ausserdem sagt die Prognose eine Windzunahme für die kommenden Tage in der Region voraus. Nach Mull of Oa wartet das Headland von Portnahaven mit 8 Knoten Springs. 

​Also: entweder wir warten hier, erkunden Islay per Bus und hoffen auf ein Wetterfenster oder wir drehen um, paddeln zurück zu Jura und zurück nach Easdale mit der Chance auf eine zweite Tour woanders. Allenfalls an einem Ort wo es Puffins hat?

 

Wir entscheiden für paddeln und hoffentlich für Puffins.
 

IMG_1938.JPG

Nun sind zwei längere Etappen erforderlich damit wir für die Querung von Corryvreckan ein gutes Wetter- und Gezeitenzeitfenster erwischen.

Der Wind ist deutlich weniger stark als angesagt, schiebt uns aber zügig zurück zum Sound of Islay.

 

Hier zeigt sich dann aber ein anderes Bild: der Wind hat zugenommen, der Sound sieht mit ordentlich Wellen ruppig aus. Vermutlich der Effekt des zunehmenden Windes mit der Strömung. Wir prüfen die Prognose, warten, beobachten den Sound, besprechen Optionen. Ein (leider geschlossenes) Bothy gibt uns zumindest etwas Schutz vor dem kalten Wind. Die Fähre fährt vorbei und langsam beruhigt sich auch der Sound etwas.

 

Wir queren und erreichen nun doch noch unser gewünschtes Etappenziel auf Jura. Es hat hier gerade knapp genug Fläche für unser Zelt. Wir bleiben, die Hirsche am Strand haben sich verzogen. Die Gänse haben sich zwar lautstark beschwert aber scheinen sich nun aber mit uns als neuen Nachbarn abgefunden zu haben.

IMG_1092_edited.png

Die Etappe an der Südostküste von Jura fühlt sich lang an. Es hat Gegenströmung, wir «kriechen» entlang des Ufers, dauernd Felsen und grasige Hügel, mal etwas Wald, immer wieder Hirsche… das habe ich selten, eigentlich ist es sehr schön, aber heute fühlt sichs mühsam und endlos an, müde bin ich… Wie wenn wir nicht schon genug von diesen Felsen gesehen hätten, will Sarah unbedingt zu aller hinterst in die Bucht rein paddeln (ja, ja wegen der Gegenströmung).

 

Doch siehe da, eine ganze Robbenschar interessiert sich hier für uns.

Kaum weiter wuselts, ein Mink (kein erfreuliches Tierchen) aber bald wuselts wieder: zwei Otter schwimmen herum tauchen ab und auf, scheinen unbeschwert, fröhlich, verspielt 😃.

Schliesslich dreht die Strömung und wir erreichen unser Etappenziel am Sound of Corryvreckan.

IMG_1951.JPG

Die Prognose für den kommenden Tag und unsere Querung sagt nun etwas stärkeren Wind an als erhofft und es wird ein Gegenwind sein.

 

Kalt ists an diesem Abend und wir sind froh, dass wir gerade noch mit den letzten Sonnenstrahlen in trockene Kleider schlüpfen können, bevor die Sonne hinter die Hügel von Jura verschwunden ist.

Dann beobachten wir den Sound. Um etwa 22 Uhr ist die Situation der Strömung etwa gleich wie um 9 Uhr am kommenden Morgen… es sieht gut aus, obwohl es nun fast dunkel ist. Im Unterschied zu den Prognosen morgen hat es an diesem Abend nur sehr wenig Wind.

IMG_1958.JPG

Früh am Morgen stehen wir bereit, die Boote in Startposition, wir schauen durch den Feldstecher, beobachten, frieren im Wind, hüpfen und warten – warten, bis sich Corryvreckan beruhigt und die Richtung ändert.

Es ist zwei Tage vor Neaps - also recht optimal. Es hat mehr Wind als erhofft und er soll zunehmen – weniger optimal.

Sarah meint: "noch immer zimli wild". Aber Corry hat noch 40 min. bis zum errechneten Slack und offenbar ist er pünktlich. Es wird ruhiger, die Strömung undefinierter: los gehts!

 

Die Querung ist nicht lang, doch meine Hände frieren bald im kalten Gegenwind (um Pfötli zu montieren habe ich jetzt keine Zeit oder keine Nerven). Aber alles läuft gut, hurra! Corryvreckan liegt hinter uns.​

Und: bei Scarba kriesen zwei Seeadler über uns 🤩.

KFTF8099.JPG

Im Sound of Luing hätten wir Gegenströmung und zunehmend Gegenwind. Wir entscheiden uns heute für eine sehr kurze Etappe.

Nur gerade ca. 7 km Luftlinie entfernt von unserm Startplatz, richten wir bei schönstem Sonnenschein wieder unser Camp ein.

 

Doch der Schein trügt, der Wind hat zugenommen, es ist kalt und die Windschutzerstellungsversuche mit dem Tarp.. na ja, die sind diesmal nicht ganz so erfolgreich.

Sarah macht sich mit der Kamera auf eine Erkundungstour über unser Inselchen, fotographiert Vögel und ich mache meine Abfallsammelrunde.

 

Im Vergleich zum Mittelmeer hat es nicht viel Abfall aber vor allem Fischernetze, Seile, Austernkörbe etc. sind leider auch an den wilden Stränden von Schottland unerfreulich allgegenwärtig...

EZIV5205.JPG

Wieder ist gegen Mittag relativ viel Wind angesagt (5 Bft). Wir starten früh, es ist noch windstill, der Sound of Luing zeigt sich spiegelglatt und wir haben die Strömung mit uns, so dass wir zügig vorankommen.

​Fladda mit dem Leuchtturm und Belnahua kommen bald in Sicht, die Strömung wird stärker und wir umso schneller. Da taucht eine Finne auf, dann zwei... Delphine schwimmen vorbei!!

Dank der Strömung sind wir früh dran, so dass wir noch eine Runde um Insh Island anhängen bevor die Strömung dreht und mit ihr auch wir, um zurück nach Easdale zu paddeln.

Sonntag 10.30 Uhr ist es, als wir unsere Boote auspacken.

Da taucht ein Auto mit Sea Kayaks auf, ein zweites, drittes, viertes... es scheint sich hier ein richtiges Paddlerfest abzuzeichnen!

IMG_1997.JPG

​Der Portsmouth Canoe Club macht eine Tour um Seil - eine gut geschützte Tour für den angesagten Wind. Mit manchen Paddlern ergibt sich ein freundlich fröhlicher Austausch. 

 

Zwei Männer packen für eine Übernachtung draussen auf den den Garvellachs. Wir wundern uns, haben wir die Prognose falsch gesehen? Sarah brummelt immer wieder vor sich hin; aber es ist doch zimli Wind angesagt...??

Egal, wir haben eine tolle Tour hinter uns und ich bin dankbar, sehr dankbar, dass wir das machen konnten nach dem harzigen Start.

 

Wind und Regen ziehen auf. Im Sound of Insh bilden sich die ersten Schaumkrönlein. Wir beeilen uns. Im Pub gibts ein feines Zmittag und zur Feier auch einen sticky toffee pudding 😋

 

Draussen packen die beiden Männer ihre Boote wieder aus...

Die Statistik...

  • 13 Tage, 2 Pausentage, 11 Paddeltage, 314 km

  • längster Tag: 43 km , kürzester Paddeltag: 9 km

  • längste Querung: 11 km

maximale Wassermenge je Boot: 8 x 1.5 l (4 Tage)

😋 vertilgt wurden:
13 Portionen Porridge, 1 Tube Kondensmilch, 1 Dose Instant Kafi, ​

1 "Toast" Brot, 2 Sauerteigbrote, 4 Cheddar Cheese, 1 Philadelphia, 17 Äpfel, viel Zwipf (Mandeln/Cranberries/Nuss), viele Stengel, 2 Pack Hobnobs, 2 Pack Ingwerguezli, 2 Tafeln Schoggi, 4 Yorkies, 4 Pack Chips (kleine!), 1 Pack salted Peanuts, 4 alkoholfreie Cider & 2 Bier, 2 Feta, 6 Eier (nein sie sind nicht zerbrochen im Boot), 500 g Pasta und nochmals 500 g Pasta, 5 Portionen Reis, 2 Portionen Linsen, 4 Rüebli, 2 Pack Peterli, 5 mini Peperoni, 2 normale Peperoni, 1 Pack getrocknete Tomaten, 1 Pack Cherry Tomaten, 1 Zuchetti, 1 Pack Artischocken, 1 Parmesan, 1 sweet Potato, Kicherebsen, 40 Teebeutel, 4 Stück carrot cake, 2 Pack millionairs shortbread, 2 Stück Schoggikuchen, 1 ginger cake.... und vermutlich sonst noch so allerlei...

🤩 gesichtet wurden :

1 Hering verloren... 

Treffpunkt am Zugersee:

Bootsplatz Dersbach
(neben Badi Hünenberg See)

Dersbach

6333 Hünenberg See
 

sarah@puremotion.ch

Tel: +41 79 213 51 06

Postadresse:

Inwilerstrasse 15

6340 Baar

AGB's & Datenschutz

Unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen findest du hier.

Die Datenschutzrichtlinie findest du hier.

  • Facebook
  • Instagram

© 2021 by sea kayak center.ch

Kontaktformular:

Vielen Dank!

bottom of page